Stadtgeschichte

Der Stadtname leitet sich von dem Regenbach, in alten Quellen als ‚Flüsschen‘ bezeichnet, von den Einheimischen als Regenbachlein genannt.

In einer günstigen Lage wurde das Städtchen im 13. Jh. von dem Adelsgeschlecht, das in ihrem Wappen den Kopf eines Auerochsen hat, den Herren von Medlov, später Herren von Pernstein gegründet, als die Verwaltungsstelle des kolonisierten Bezirks. Für den ältesten Nachweis über die Stadt Bystøice wurde die Urkunde aus dem Jahre 1220 gehalten. Später wurde nachgewiesen, dass es um ein Falsifikat ging, das von dem heimischen Landsmann Antonín Boèek, dem mährischen Historiker in Brno, ausgefertigt worden ist. So kann man für die älteste schriftliche Nachricht über die Stadt erst die gefälschte Urkunde aus den Jahren 1258 – 1298 halten, die sich zum Jahre 1238 bezieht. Die Kirche ist voraussichtlich in den Jahren 1235 – 1238 entstanden. Sie ist dem Heiligen Lorenz /sv.Vavøinec/ geweiht worden. Viele Kirchen wurden im 13. Jh. dem Heiligen Lorenz geweiht. Das war typisch für die Ortschaften dieser Region, die als lokale Zentren errichtet wurden.

Aus einigen Vermögensübertragungen, die im 14. Jh. verwirklicht wurden, geht hervor, dass die Stadt Bystøice wirklich zu einem Wirtschafts–, Verwaltungs–, und Handelszentrum für die um die Pernstein´schen Herrschaft herumliegenden Dörfer wurde. Bystøice wurde vor 1348 zur Stadt erhoben. In dieser Zeit ging Bystøice in das Eigentum der mährischen Markgrafen über. Aufgrund dessen erschien ihr Wappen im Siegel. 1403 verlieh Vilém von Pernstein der Stadt Bystøice das Heimfallrecht und das Freiverkaufsrecht für das bewegliche und unbewegliche Vermögen.

Im Jahre 1458 bestätigte König Ladislav das Marktrecht am Tag der Heiligen Ludmila und seit dem Jahre 1477 erinnern die Märkte an den Heiligen Georg und Wenzel. Von Anfang des 15. Jh. bis zu dem Jahr 1588 war Bystøice de facto im Besitz des Pernstein`schen Geschlechts. Unter der Pernstein´schen Regierung, besonders unter Vilém und Vratislav fand die Stadt eine befriedigende Entwicklung. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlangte die Stadt den höchsten Punkt des Ruhmes. Das wichtigste Ereignis in der Stadtgeschichte stellt das Jahr 1580 dar, als Kaiser Rudolf II. die Stadt Bystøice zur Stadt erhob und ihr neue Privilegien verlieh. Bei dieser Gelegenheit bekam Bystøice ein neues Stadtwappen: "Das Stadtwappen besteht aus einem gelben bis goldenen Schild, von oben nach unten wird es mittels einer blauen Linie in zwei Felder geteilt. In der rechten Hälfte wird die Hälfte des Kopfes des Auerochsen abgebildet, durch das Nasenloch verläuft das Weidenband. Die linke Hälfte des Wappens stellt die Hälfte eines Vogels dar– eines Adlers mit weit geöffneten Schwingen in schwarzer Farbe. Der Stadt Bystøice wurde gleichzeitig das Recht erteilt, mit rotem Wachs zu siegeln.

St. Lorenz KircheNach dem Tod Vratislav von Pernstein wechselte die Stadt oft ihre Besitzer und so kam es zu ihrer wirtschaftlichen Stagnation. Der 30jährige Krieg hatte auch spürbar eingegriffen. Nach dem mehrmaligen Truppendurchmarch war sowohl die ganze Stadt als auch ihre Umgebung völlig verwüstet.

Die ursprünglich frühgotische Kirche aus dem 13. Jh. wurde mehrmals umgebaut. Das dreizügige Kirchenschiff und der Kirchenchor entstanden erst im Jahre 1699 und gaben der Kirche den Charakter des Barocks. Zwei Türme auf der Stirnseite entstanden erst nach dem Abbruch des Einzelturmes im Jahre 1750.

In der Stadt Bystøice gibt es auf dem Friedhof die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Im Jahre 1615 wurde sie im Renaissancestil erbaut. Ursprünglich diente sie den Protestanten. Auf Èerný Vršek steht die barocke Kappele St. Anne aus dem Jahr 1749. In der Bratrská Straße stand früher das Oratorium der Böhmischen Brüder (Èeských bratøí). Das Spittal (O špitálu) wurde zum erstenmal im Jahre 1465 schriftlich erwähnt.

1501 wurde in der Stadt Bystøice das Rathaus erbaut. Das Rathausgebäude, das die noch heute bestehende Form erhielt, wurde 1808 am Platz erbaut. Heute hat hier das Stadtmuseum seinen Sitz. Auf dem Platz gibt es Häuser, die unter dem Denkmalschutz stehen, wie z.B. Hausnr. 1 - Museumgebäude, Hausnr. 52 aus dem Jahr 1756 und Hausnrn. 62 und 64.

Der Brunnen mit den Plastiken von Kyril und Method, der sich auf dem Hauptplatz befindet, stammt aus dem Jahr 1845. Über dem Brunnen steht die Säule der Jungfrau Maria mit vier Stadtpatronen – St. Johann Nepomuk, St. Lorenz, St. Schebastian und St. Florian. Sie entstand im Jahr 1727. Am oberen Hauptplatzende steht das Sandsteinkreuz mit der Darstellung der Pietät, das Kreuz stammt aus dem Jahre 1881.

Vor der Grundschule auf der Tyršova Straße befindet sich die vielleicht schönste Statue von T. G. Masaryk, deren Bildhauer Vincenc Makovský ist.

Die Entwicklung von Bystøice wird mit der Einführung der Eisenbahn in die Stadt verbunden (im Juni 1905) sowie mit dem Aufstieg der Uranindustrie in Dolní Rožínka seit dem Ende fünfziger Jahre. Dank der Uranindustrie wurden hier zwei große Neubausiedlungen erbaut und die Einwohnerzahl stieg auf 8 600. Seit 10. Mai 1925 bekam Bystøice seinen Beinamen "nad Pernštejnem". In den Jahren 1949 - 1960 war Bystøice eine Kreisstadt; 93 Gemeinden waren in der Verwaltung von der ONV Behörde (heutiges Kreisamt). 1963 wurde hier eine Poliklinik gebaut und in den 70-er Jahren bekam der Hauptplatz einen neuen Charakter: es entstanden hier neue Geschäfte, Behörden und Institutionen. Nach 1990 setzte sich dieser Trend noch markanter fort. 1953 wurde in Bystøice das Gymnasium eröffnet. Das neue und moderne Gebäude des Gymnasiums wurde im Jahre 1997 erbaut. 1953 wurde auch die vierjährige Landwirtschaftlich - technische Mittelschule mit Abschluß mit Abitur geöffnet. Dieses Gebäude, das 1961 erbaut wurde, gehörte seinerzeit zu den modernsten in Europa.